DOK Leipzig 28. Oktober – 3. November 2019
62. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig Film Festival

Taste of Hope






KATALOGTEXT
Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des genossenschaftlichen Wirtschaftens. Es verbreitet Angst, weil es den kleinen Rädchen im gigantischen Wirtschaftsgetriebe die Macht gibt, über Sinn, Zweck und Drehzahl der ganzen Maschine zu entscheiden. Es ist eines der letzten großen Emanzipationsprojekte: die Befreiung vom Frust, die eigenen Geschicke in den nicht immer geschickten Händen fremder Leute zu wissen. Die seit 2016 bestehende Teeveredelungskooperative Scop-TI im südfranzösischen Gémenos geht auf einen solchen Befreiungsakt zurück: 1.336 Tage lang besetzte die Belegschaft die Produktionsstätten der Fralib-Teefabrik und erpresste vom „arbeitgebenden“ Weltkonzern einen Neuanfang unter eigener Regie.

Wie genau diese Regie aussieht und ob sie den revolutionären Geist des Maschinen-Kidnappings in eine funktionierende, für alle existenzsichernde Produktionsroutine zu überführen vermag, ist die Grundfrage von Laura Coppens’ Film, der damit zu einer Art Rechenschaftsbericht wird – über Einnahmen und Ausgaben, über Einsichten und Verausgabung. Auf einem Fließband schickt sie uns in einen genossenschaftlichen Arbeitsalltag, der doch wartungsintensiver ist, als sich das die eine oder der andere vorgestellt hatte. Im Leitungsbüro hängt ein Konterfei von Che Guevara, bei der Bank hängt ein Kreditverfahren in der Luft. Der Kampf geht weiter.

Sylvia Görke

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Credits
Originaltitel: Le goût de l’espoir Land: Schweiz, Deutschland Jahr: 2019 Sprache: französisch Untertitel: deutsche, englische Laufzeit: 71 min. Format: DCP Farbe: Colour Regie: Laura Coppens Produktion: Laura Coppens Kamera: Laura Coppens Schnitt: Angelika Levi, Laura Coppens Musik: Azadeh Zandieh Ton: Azadeh Zandieh Website: tasteofhope-film.com
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